IX.1 Ideale stationäre Strömungen
Versuch IXI.1: Stromlinienapparat
Strombahnen, auch Bahnlinien genannt, geben die Bahn der Flüssigkeitsteilchen an. Man kann die Bahnlinien z.B. dadurch sichtbar machen, daß man Kork-Partikel in die Flüssigkeit gibt.
Stromlinien geben die Richtung der Geschwindigkeit Tangente an Stromlinie an. Aus der Mechanik können wir deshalb sagen, daß sie die Tangenten an die Stromlinien in jedem Punkt sind.
Aus dem Alltag weiß man, daß es verschiedene Arten von Strömungen gibt. Ein Beispiel ist die Wasserströmung in einem Fluß: Bei langsamer Strömung oder in der Mitte eines Flusses fließt dad Wasser gradlinig. Ist ein Hindernis im Wasser, so strömt das Wasser darum herum und bildet unter Umständen Verwirbelungen. Diese verschiedenen Strömungen führen zu einer Dreierklassifizierung:
Merke: Bei stationären Strömungen sind Stromlinien und Strombahnen identisch. |
Ist die Geschwindigkeit der stationären Strömung nicht zu groß, so entstehen hinter den Hindernissen keine Wirbel oder Turbulenzen. Dann werden diese Strömungen, bei denen Strombahnen nicht gleich Stromlinien sind, laminare Strömungen genannt.
Versuch IX.1: Stromlinienapparat
Bei diesem Versuch wird ein Glaskasten von einer Flüssigkeit durchflossen. Zunächst befindet sich in dem oben offenen Kasten kein Hindernis. Da der Flüssigkeit emulgierende Teilchen zugesetzt sind, kann man die parallelen Strombahnen beobachten. Nun werden nacheinander verschiedene Körper in die Strömung gebracht. Zunächst betrachten wir einen Quader: Wird der Quader mit einer Spitze in Strömungsrichtung gehalten, so teilt sich der Strom an dieser Spitze. Hinter dem Körper entstehen Wirbel. Dreht man den Quader mit einer seite in die Strömung, so sind viel mehr Wirbel zu beobachten. Bei einem Keil hingegen, der auch mit der Spitze in Strömungsrichtung eingetaucht wird, entstehen nur wenig Wirbel an der flachen Rückseite. Zuletzt betrachten wir die Strömung um einen abgerundeten Keil, eine Art Flugzeugflügel herum. Hier entstehen keine Wirbel, man sieht eine laminare Strömung. Deutlich ist zu erkennen, daß die Teilchen um das Hindernis herumschwimmen und dabei ihre Richtung und Geschwindigkeit ändern. Das ist einfach zu erklären: der Gesamtmassendurchfluß muß konstant bleiben, das bedeutet, daß jedes Wasserteilchen, das in den Behälter hineinfließt auch wieder herausfließen muß. Da das Volumen nicht verändert wird und auch die Dichte konstant bleibt, ist dies die logische Schlußfolgerung. Die quantitative Untersuchung dieser Überlegung führt zur sogenannten Kontinuitätsgleichung:
Zur Berechnung der Änderung der Geschwindigkeit von Wasserteilchen, die einen veränderten Querschnitt passieren, gehen wir also von der Annahme aus, die Strömung sei laminar und die Kompressibilität k
sei null. Betrachten wir nun eine Flüssigkeit , die durch einen Schlauch fließt, der sich verengt.
Für ein Volumenelement dV einer Flüssigkeit gilt:
Kontinuitätsgleichung für inkompressible Flüssigkeiten: |