

Besteht die Grenzfläche zwischen zwei Flüssigkeiten, so ist eine Durchmischung möglich.
Dieses Phänomen betrachten wir nur in einem Beispiel. Hierzu überlegen wir uns, wie die Oberflächenspannung auf eine Oberfläche einer Flüssigkeit gegen eine Gasphase an einer Gefäßwand wirkt
Die erste Abbildungen zeigt die Grenzfläche einer Flüssigkeit gegen ein Gas an einer Gefäßwand, wobei die Oberflächenspannung positiv ist.
Nun betrachten wir das Linienelement dl der Begrenzungslinie zwischen den 3 Medien; an dieser Begrenzungslinie greifen 3 Kräfte an:
Die unterschiedliche Benetzung von Oberflächen mit Flüssigkeiten hat zur Folge, daß Flüssigkeiten in engen Gefäßen ein anderes Niveau einnehmen, als die Flüssigkeit außerhalb des Gefäßes. Diese Eigenschaft wird Kapillarität genannt.
Betrachten wir diese Konsequenz der Grenzflächen-spannung in einem Gedankenexperiment:
Eine Flüssigkeit steigt in einem engen Rohr des Radius r um das Stück h an. Die Oberfläche bildet einen Teil einer Kugelschale mit dem Radius R. Dieser Radius R entspricht nur im Grenzfall eines sehr kleinen Benetzungswinkels
j .Aus dem Versuch mit der Seifenblase wissen wir, daß durch das Verringern der Oberfläche ein Druck wirkt. Der Druck der gekrümmten Flüssigkeitsoberfläche ist
Die Steighöhe ist also umgekehrt proportional zum Radius des Rohres.
s ist die Oberflächenspannung der Flüssigkeit gegen Luft. Für nicht benetzende Flüssigkeiten wirkt der Druck in die entgegengesetzte Richtung: Der Flüssigkeitsspiegel wird herabgedrückt. Man spricht in diesem Fall von einer 'Kapillardepression'
Versuch IIX.13: Steighöhe in Kapillaren

In einem weiteren Versuch betrachten wir ein Keil aus Glas:
Zwei Glasplatten sind so miteinander befestigt, daß sie einen Winkel einschließen. Sie bilden einen Keil. In dem Keil ist in einem Fall Wasser, in einem anderen Fall Quecksilber eingelassen. Geometrische Überlegungen zeigen, daß die Steighöhe hyperbelförmig zunehmenden muß, je mehr man sich der Spitze des Keils nähert.
Beim Wasser sehen wir wie zu erwarten eine steigende Hyperbel; je geringer Abstand der Platten wird, desto höher steigt das Wasser. Das Quecksilber hingegen ist nicht benetzend, bei sinkenden Abstand der Platten sinkt auch die Steighöhe.