
Versuch VI.12: Kardanisch aufgehängter Kreisel
Versuch VI.13: Kugelkreisel auf Luftkissen

Bei diesem einfachsten Beispiel hatten wir festgestellt, daß sich der Kreisel, wenn er senkrecht steht, um seine Symmetrieachse dreht. Wir hatten beobachtet, daß der Kreisel nach einiger Zeit aus der senkrechten Anfangslage kippt und sich um sich selbst dreht, wobei die Achse des Kreisels zusätzlich einen Kreis beschreibt. Dabei liegt der Lagerpunkt je nach Stellung der Spitze über oder unter dem Schwerpunkt. Der Kreisel führt eine Präzessionsbewegung aus, deren Richtung abhängig ist vom Trägheitsmoment und der Schwerpunktlage. Dieser Kreisel hat das Hauptträgheitsmoment bei einer Rotation um seine Symmetrieachse, die z-Achse. Für die anderen Trägheitsmomente gilt:
Der wesentliche Aspekt dieses Kreisels liegt darin, daß er ein kräftefreier Kreisel ist. Zunächst hatten wir alle Stangen im rechten Winkel zueinander eingestellt und das Rad angedreht. Die Stange konnte danach frei im Raum ausgerichtet werden, ohne daß sie wieder in die Ausgangslage zurückfiel. Hängt man ein weiteres Gewichtsstück an das dem Rad gegenüberliegende Ende der Stange, so beginnt die Stange sich in Horizontalebene zu drehen. Jetzt wollen wir zudem dem äußeren Ende der Stange gegenüberliegend vom Kreisel einen kräftigen aber kurzen Schlag nach unten versetzen. Nach dem Satz der Erhaltung des Drehimpulses für kräftefreie Kreisel bleibt der Drehimpuls frei im Raum erhalten.
Die Figurenachse hingegen dreht sich auf Kegelmantel um
. Nach Schlag kann die Figurenachse nicht zurück in die Ausgangslage fallen, da das Drehmoment null ist und zudem die Trägheit existiert.
Zugleich wird aber eine Drehung um x-Achse mit der Winkelgeschwindigkeit
angeworfen. Für die gesamte Winkelgeschwindigkeit gilt dann mit der Winkelgeschwindigkeit
bei der Drehung um Figurenachse![]()
Mit dieser resultierenden Winkelgeschwindigkeit rotiert der Kreisel um die momentane Drehachse. Diese Bewegung nennen wir Nutation.
Dieses Verhalten kann aus der Symmetrie der Kugel erklärt werden: Die Trägheitsmomente sind bezüglich der Rotation um jede Achse gleich, also Iz = Iy = Ix. Drehimpuls
und momentane Drehachse w fallen somit immer zusammen.
Diese Symmetrie geht verloren, hängt man ein Gewicht an die Achse. Deshalb konnten wir beobachten, daß die Kugel eine Präzessionsbewegung ausführt.