Auch zum Einstieg in dieses Kapitel betrachten wir ein Gedankenexperiment:
Zwei Behälter mit Wasser der Temperatur T1 und T2 werden durch einen Schlauch verbunden. Die Wärme strömt entlang des Temperaturgefälles. Zur Beschreibung dieses Vorgang definiert man den Begriff des Wärmestroms:
Definition XIII.3: Der Wärmestrom ist der Quotient aus Änderung der Wärme und der dafür benötigten Zeit: |
Definiert man nun die Wärmestromdichte
Definition XIII.4: Die Wärmestromdichte jQ ist der Quotient aus Wärmestrom und der Fläche, über die der Wärmestrom erfolgt: |
daß
Differentiell gilt das Fouriersche Gesetz:
Fouriersches Gesetz:
|
Aus Erfahrung weiß man, daß verschiedene Materialien verschiedene Wärmeleitfähigkeiten haben. Das zeigen wir kurz in einem Versuch:
Versuch XIII.1: Wärmeleitfähigkeit verschiedener Materialien
Die folgende Tabelle gibt die Wärmeleitfähigkeit für einige Materialien wider:
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Stoff |
Wärmeleitfähigkeit in |
|
Silber |
421 |
|
Kupfer |
384 |
|
Eisen |
40 |
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Glas |
0,7 |
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Wasser |
0,6 |
|
Luft |
0,03 |
Die Erklärung der Wärmeleitung über das gaskinetische Bild macht das Phänomen der Wärmeleitung verständlich: Die kinetische Energie der Teilchen wir durch Stöße ausgeglichen. Die Rechnung liefert die Beziehung
d.h. die Wärmeleitfähigkeit ist um so größer, je mehr Teilchen in dem Volumen sind und je schneller diese sich bewegen. Das Verhältnis v ~
zeigt zudem, daß die Wärmeleitfähigkeit mit der Temperatur ansteigt.
In Metallen funktioniert die Wärmeleitung durch die Wärmeleitung der Elektronen. Die Anzahl der freien Elektronen ist damit nicht nur ein Maß der elektrischen Leitfähigkeit, sondern zudem ein Maß für die Wärmeleitfähigkeit.