XII.3 Partialdruck



Zur Einleitung in dieses Kapitel betrachten wir ein Gedankenexperiment:

Ein Gefäß wird mit Wasser gefüllt. Oberhalb des Wassers wird der Druck p gemessen. Dort befinde sich zudem ein anderes Gas, z.B. Luft mit dem Druck p0. Mißt man nun den Sättigungsdruck ps, so stellt man fest, daß das Wasser so lange verdampft, bis der Sättigungsdruck von Wasser erreicht ist. Dies bedeutet offensichtlich, daß der Sättigungsdruck von einem Stoff unabhängig davon ist, welche Gase sich noch in dem Volumen befinden. Der Gesamtdruck p oberhalb der Flüssigkeit entspricht dann der Summe des Sättigungsdrucks des Wassers und des Luftdrucks

Sind mehrere Flüssigkeiten in einem Gefäß, so stellt sich für jeden Stoff der Sättigungsdruck unabhängig von den anderen ein. Es gilt das Daltonsche Gesetz:


Merke: Der Gesamtdruck oder Sättigungsdruck eines Gasgemischs entspricht der Summe der einzelnen Sättigungsdrucke: Daltonsches Gesetz

Es gilt die Addition der Partialdrucke: Der Gasdruck über einem Flüssigkeitsgemisch ist gleich der Summe der Partialdrucke, wobei der Partialdruck der Sättigungsdruck der Flüssigkeit i bei der Abwesenheit der anderen Komponenten ist. Gase können unabhängig von einander diffundieren und haben damit auch unabhängige Partialdrucke.


Versuch XII.4: Partialdruck

Bei diesem Versuch wird ein Gefäß teilweise mit Wasser gefüllt. Durch den Stopfen, der das Gefäß verschließt führt ein Röhrchen, dessen eines Ende im Wasser steht, nach außen.

Zunächst wird der Dampfdruck des Wassers bei verschlossenem Gefäß gemessen. Danach führt man ein weiteres Röhrchen durch den Stopfen ein. Durch dieses Röhrchen wird Ätherdampf aus einem zweiten Gefäß, das mit Äther gefüllt wurde, zu dem Wasserdampf geführt. Man kann beobachten, daß diese Verbindung zusätzlichen Druck in das Gefäß führt, denn das Wasser wird komprimiert und spritzt aus dem offenen Glasröhrchen.