Stichwort:

LUDWIG BOLTZMANN


Der österreichische Physiker Ludwig Eduard Boltzmann wurde am 20. Februar 1844 in Wien geboren. 1873 wurde er Professor für Mathematik an der Universität Wien. Drei Jahre später übernahm er in Graz den Lehrstuhl für Experimentalphysik. Dort arbeitete er an einer Erklärung des zweiten Hauptsatzes der Themodynamik von Clausis, der aus der Erfahrung formuliert wurde, daß niemals "von selbst" Wärme von einem Körper niederer auf einen Körper höherer Temperatur übergehen kann.

Die heute bekannte wahrscheinlichkeitstheoretischeAbleitung dieses Satzes veröffentlichte Boltzmann 1877 in seiner Abhandlung "Über die Beziehung zwischen dem zweiten Hauptsatze und der Wahrscheinlichkeitsrechnung, respektive den Sätzen über das Wärmegleichgewicht".

Allgemein arbeitete er über die kinetische Gastheorie, indem er Gesetze der Statistik auf Gasmoleküle anwendete, so entdeckte er die Beziehung zwischen Entropie und Wahrscheinlichkeit.

Boltzmann vertrat konsequent die Atom- und Moelkulartheorie der Materie, ein Modell, das sich zwar bereits in der Chemie durchgesetzt hatte, in der Physik jedoch noch keineswegs als brauchbares Arbeitsmodell akzeptiert wurde.

1890 wechselte Boltzmann an die Universtät München, wo er Professor für theoretische Physik war, bis er 1894 an die Universität Wien zurückkehrte. Er starb am 5. 9. 1906 in Duino, Görz.

Bekannt ist vorallem die nach ihm benannte Boltzmann- Statistik; die klassische Statistik, die von L. Boltzmann in Verbindung mit der kinetischen Gastheorie entwickelt wurde. Sie wird in der Physik benutzt bei der statistischen Behandlung sehr vieler Teilchen, die sich nach den Gesetzen der klassischen Mechanik bewegen. Die Boltzmann-Statistik dient z.B. zur Ableitung der thermodynamischen Eigenschaften eines Gases aus dem mechanischen Verhalten der Moleküle.

Gemeinsam mit seinem Landsmann

Josef Stefan, einem österreichischen Physiker, der am 24. 3. 1835 in St. Peter bei Klagenfurt geboren wurde und bis zu seinem Tod am 7. 1. 1893 in Wien gemeinsam mit Boltzmann an der Universität Wien lehrte,

entdeckte Ludwig Boltzmann das Stefan-Boltzmannsche Strahlungsgesetz.